ca. 3 Min. Lesezeit

verkauf legalisierung cannabis deutsche wirtschaft

In Kanada wird es im Oktober so weit sein: Premierminister Justin Trudeau setzt eines seiner Wahlversprechen um und legalisiert den Verkauf und Anbau von Cannabis. Viele gute Gründe sprechen auch hierzulande dafür, Hanf bzw. Cannabis zu legalisieren. So könnte der Verkauf dem deutschen Staat Milliarden einbringen.

Kanada macht es vor

Ab Oktober 2018 ist es in Kanada allen Volljährigen erlaubt, Cannabis in geringen Mengen zu besitzen, zu konsumieren und ebenfalls anzubauen. Bis zu vier Cannabispflanzen können sie sich selbst halten. Damit macht der kanadische Premierminister Justin Trudeau eines seiner zentralen Wahlkampfversprechen wahr. Die Legalisierung von Hanf konnte alle parlamentarischen Hürden nehmen und wird ab Mitte Oktober umgesetzt. Damit ist Kanada nicht die erste Nation, in der Cannabis legal ist. Uruguay, Südafrika und einige US-Bundesstaaten haben es vorgemacht. Auch in Deutschland mehren sich die Stimmen, die eine Legalisierung von Cannabis wünschen. Allein 80.000 Bürger unterzeichneten letztes Jahr eine Initiative zur Legalisierung von Cannabis. Damit war sie die erfolgreichste Petition des Jahres 2017.

Dem Fiskus entgehen Milliarden

Jeder dieser Unterzeichner hat wohl seine eigenen Gründe dafür, Cannabis legalisieren zu wollen. Auch für Menschen, denen selbst nichts am Konsum von Marihuana gelegen ist, gibt es Gründe, das Verbot aufzuheben. Denn durch das Verbot entstehen dem Staat Kosten. Außerdem entgehen ihm möglicherweise Steuereinnahmen von einer Milliarde. Das geht aus einer Studie von Justus Haucap hervor. Haucap ist Ökonom an der Universität Düsseldorf und war früher der Vorsitzende der Monopolkommission. Die Studie erfolgte im Auftrag des Deutschen Hanfverbandes (DHV).

Zwar seien die Berechnungen noch nicht abgeschlossen. Jedoch ist sich Haucap sicher, dass der deutsche Staat bei einer Legalisierung von Cannabis zu einer Milliarde Euro einnehmen könnte. Diese Summe beruht auf Schätzungen. So sollen jährlich 200 bis 600 Tonnen Cannabis konsumiert werden. Aufgrund der Illegalität des Konsums lässt sich das allerdings nicht genau sagen. Haucap geht in seiner Studie von vorsichtigen 250 Tonnen aus. Bei einer Besteuerung von vier Euro pro Gramm und bei einem Verkaufswert von zehn Euro pro Gramm könnten tatsächlich solche Summen für den Bundeshaushalt zusammenkommen. Dazu kommt noch die Mehrwertsteuer. Die könnte bei rund 60 Prozent liegen.

Deutschland als attraktiver Markt

alteinfügenHaucap geht davon aus, dass Deutschland ein lohnender Markt für den legalen Cannabis-Handel sein würde. Der legale Konsum kommt auch Nicht-Kiffern zugute, da sich dadurch Einnahmen aus den Lohn-, Einkommens- und Gewerbesteuern ergeben würden. Dazu kommen noch die Lizenz- und Sozialversicherungsabgaben. Neue Geschäfte, Geschäftszweige und Arbeitsplätze könnten entstehen. Nach Haucap wären das neue Arbeitsplätze im fünfstelligen Bereich, die auch gegen die Arbeitslosigkeit helfen könnten.

Keine Kosten wegen Bagatelldelikten

Neben den Einnahmen würde eine Legalisierung auch das Wegfallen der Strafverfolgungskosten bedeuten. Nach dem Bericht des Bundeskriminalamts gab es im Jahre 2017 rund 198.000 Cannabis-Straftaten, gut 60 Prozent aller Rauschgiftdelikte. Zumeist handelt es sich dabei um Bagatelldelikte, um den bloßen Besitz von Cannabis. Hohe Kosten entstehen dadurch, den Besitz von wenigen Gramm zu verfolgen und zu ahnden. Hier ließen sich weiterhin Steuergelder einsparen. Und die Polizei hätte mehr Kapazitäten für die schweren Verbrechen übrig.

Bessere Bedingungen für Cannabis-Konsumenten

Neben all diesen wirtschaftlichen Überlegungen kommt noch, dass ein regulierter und überwachter Markt zu Qualitätskontrollen und Jugendschutzmaßnahmen führen würden. Etwaige gesundheitliche Risiken, die ohnehin schon geringer sind als etwa das legale Trinken von Alkohol, würden sich damit noch verringern. Gleichzeitig deuten Untersuchungen an, dass eine Legalisierung mit geringem Konsum einhergehen, so etwa geschehen im US-Bundesstaat Colorado.

Von welcher Seite man es auch betrachtet, vieles deutet darauf hin, dass eine Freigabe von Cannabis ein Gewinn für alle ist, für die Beteiligten wie auch die Unbeteiligten. Allein aus wirtschaftlichen Gründen sollte unsere Bundesregierung die Legalisierung von Cannabis in Betracht ziehen.

Leave a Reply

Your email address will not be published. Required fields are marked *

5 × 3 =

You may use these HTML tags and attributes: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <s> <strike> <strong>